Eigentümliche, aus Farbschlieren sich entwickelnde Chimären, imaginäre Landschaften, Bilder, die an Max Ernst, an Antonio Saura denken lassen und doch nicht epigonal sind. Mariela Sartorius hat sich in den letzten Jahren zur ernst zu nehmenden Malerin entwickelt.

Sie hat sich weit von ihren anfänglichen Versuchen in dem ihr neuen Metier und Medium entfernt. Wie schon bei einigen Schriftstellern zuvor, begann die Malerei, ihr die Möglichkeit eines befreiten, schon fast poetischen Ausdrucks ihrer Kreativität zu bieten. Mit großer Disziplin entwickelte sie ihre Techniken und malerischen Fähigkeiten.

Das große Thema von Mariela Sartorius ist die Landschaft. Schon in früher Jugend hatte sie die Möglichkeit, mehrfach alle Kontinente zu bereisen. Erfahrungen, von denen ihre bildliche „Landkarte“ noch heute zehrt. Wir finden bei ihr keine Landschaftsabbildungen im herkömmlichen Sinne. Ihre Bilder sind abstrakte Kondensate landschaftlicher Gebilde, deren Formensprache intensive innere Recherchen ausdrücken. Sie arbeitet dabei sowohl im Makro- wie im Mikrobereich. Weite Ausblicke wechseln sich mit kleinteiligen Strukturen ab. Seit einiger Zeit arbeitet sie fast schon abstrakte Fotos von - beispielsweise - Kieseln, Ästen, Baumstümpfen in ihre Bilder ein.
Ihre Palette spiegelt die Farben der Natur: Erdige Töne stehen im Wechselspiel zu eisblauen Gletscherimpressionen, schwarze Nacht kontrastiert mit dem Saftgrün frühlingshafter Gebilde.

Die Malerin hat mit diesen Bilderfindungen einen wichtigen Schritt in Richtung eines ganz neuen Verständnisses der Landschaftsauffassung in der Malerei getan.

Felicitas Bürklé

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